Dezember 2007: Mehrere Lawinenereignisse, Todesopfer im Zillertal
03.12.2007, Höllspitze Gemeinde Ischgl: Lawinenabgang außerhalb der Skipiste - eine Person verletzt
Ort: Gemeindegebiet Ischgl, Bereich Höllspitze, freier Skiraum, 35 Grad steiler Nordosthang
Zeit: Montag, 03.12.2007
Beteiligte: Gruppe Wiener Landesskilehrerausbildung, 5 Personen, ein Verschütteter
Hergang: Die Gruppe hatte sich bei schlechter Sicht und starkem Schneefall in einen 35 Grad steilen Nordosthang gewagt. Nach Angaben der Polizei führt der Wiener Berufsskilehrerverband seit Sonntag eine Alpinausbildung für die Lehrer durch.
Nach Schulung von Entscheidungskriterien entschloss sich die Gruppe, den Hang bei der Höllspitze im freien Skiraum einzeln abzufahren und auf der nahe gelegenen Skipiste zu sammeln.
Als der 30-Jährige als 5. Skifahrer in den Hang einfuhr bzw. bereits einige Schwünge gemacht hatte, löste sich das 40 Meter breite Schneebrett, erfasste ihn und riss ihn 60 Meter mit.
Folgen: Der Wiener konnte sich auf den Schneemassen halten, erlitt aber schwere Knieverletzungen.
Redaktion: ASI-Tirol, Quelle: SID, APA
05.12.2007, Hohe Mut, Obergurgl, Gemeinde Sölden: Zwei Seilbahnarbeiter verschüttet
(SID/ORF) Zwei Liftbedienstete der Obergurgler Bergbahnen wurden von einer Lawine erfasst und schwer verletzt. Die beiden Männer wollten das Seil der Lawinensprengbahn am "Hohen Mut" in Obergurgl im Ötztal kürzen, als sie eine Schneebrett lostraten. Nach Angaben der Seilbahngesellschaft wollten die beiden aus dem Bezirk Imst stammenden Einheimischen eine Rinne queren, als sich die Schneemassen lösten und sie in die Tiefe rissen.
Die Männer konnten von den zum Unglücksort geflogenen Bergrettern in etwa einem halben Meter Tiefe geortet und ausgegraben werden.
Eines der Opfer war nicht mehr ansprechbar, der Mann wurde in die Intensivstation der Innsbrucker Klinik eingeliefert. Sein Arbeitskollege wurde ins Krankenhaus nach Zams überstellt.
Die Lawinengefahr ist in Tirol von Experten auf der fünfteiligen Skala zwischen zwei und drei eingestuft worden.
Weitere Ereignisse in den Nachbarregionen:
07.12.2007, Weitental, Zillertal: Britischer Skifahrer von Lawine getötet
(ddp-bay). Ein britischer Skifahrer ist am Freitag in den Zillertaler Alpen in Tirol von einer Lawine verschüttet und getötet worden. Der 42-Jährige war gemeinsam mit zwei Bekannten im Skigebiet des Hintertuxer Gletschers unterwegs, wie die Polizei in Innsbruck am Samstag mitteilte. Beim Wechseln der Pisten gerieten die Männer versehentlich in ungesichertes Gebiet. Als sie den Irrtum bemerkten, war es für eine Umkehr zu spät. In dem steilen Gelände stürzte der 42-Jährige und löste dabei eine Schneebrettlawine aus.
Er wurde von den Schneemassen mitgerissen und vollständig verschüttet. Der Mann konnte von seinen Begleitern zwar mit einem Spezialgerät geortet werden. Da sie keine Lawinenschaufel bei sich hatten, gestalteten sich die Ausgrabungsarbeiten mit bloßen Händen aber schwierig. Über Handy alarmierten die Männer die Polizei. Nach etwa 30 Minuten wurde der Verschüttete von den Rettungskräften geborgen. Die Notärztin konnte nur noch seinen Tod feststellen.
08.12.2007, Kriegerhorn, Lech (V): Deutscher Skifahrer von Lawine getötet
(vorarlberg.orf.at). Am Kriegerhorn in Lech ist am Samstagnachmittag ein 40-jähriger Frankfurter von einer Lawine verschüttet worden. Der Versuch sein Leben zu retten ist gescheitert - der Mann starb noch an der Unfallstelle. Der Mann hatte das 50 Meter breite Schneebrett im ungesicherten Gelände wahrscheinlich selber ausgelöst und wurde fast 200 Meter mitgerissen. Nach etwa 40 Minuten fanden die Rettungskräfte den Verschütteten in etwa einem Meter Tiefe. Die Tatsache, dass er ohne Lawinen-Verschütteten-Suchgerät unterwegs war, hatte die Suche erschwert. Wie die Sicherheitsdirektion mitteilte, ist der Mann noch an der Unfallstelle verstorben.
Laut Muxel hat es in der Nacht von Freitag auf Samstag in Lech 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee gegeben - und das bei starkem Wind, was erfahrungsgemäß zu einem Ansteigen der Lawinengefahr führt.
Muxel rät dringend, nur in Begleitung und mit Notfallausrüstung (Lawinen-Verschütteten-Suchgerät, Sonde, Schaufel) ins freie Skigelände zu fahren.