Alpines Sicherheits- und Informationszentrum ASI Tirol WinterArchiv 2007/2008 ASI Tirol
Konzept © SLFSLF WinterAktuell - in Zusammenarbeit mit Lawinenwarndienst Tirol
WinterArchiv - Tiroler Oberland
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Jänner 2008
Schnee und Lawinen Schnee und Lawinen
Allgemeine Situation Allgemeine Situation
Gefahrenentwicklung Gefahrenentwicklung
Schneekarten Schneekarten
Neuschneesummen Neuschnee/Niederschlag
Schneehöhen Schneehöhen
Ergänzungen Ergänzungen
Unfallberichte Unfallberichte
Messstationen Messstationen
Schneehöhen Silberspitze
Zusätzliche Informationen Zusätzliche Informationen
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Unfallberichte

Jänner 2008: Eiskletterunfall, mehrere Lawinenereignisse, Todesopfer in Sölden, Kartitsch und Klosters (Graubünden)

13.01.2008, Höllspitzbahn, Gemeinde Ischgl: Lawinenereignis im freien Skiraum in der Gemeinde Ischgl
(SULIS/SID) Zwei Niederländer (40 und 38 Jahre) fuhren am 13.01.2008 gegen 14:00 Uhr gemeinsam mit noch drei weiteren holländischen Freunden im Schigebiet Ischgl von der Bergstation der Höllspitzbahn den Schiweg Nr. 32 ab. Am Ende des Schiweges verließ die fünfköpfige Holländergruppe die gesicherte Piste und begab sich in den freien Schiraum. Vor der Lawinengefahr außerhalb der Pisten wurde von der Silvrettaseilbahn AG ausdrücklich durch Warntafeln gewarnt. Keiner der Gruppe war mit Verschüttetensuchgeräten ausgestattet und keiner hatte irgendwelche alpine Erfahrungen. In ca. 2500 Meter Seehöhe fuhr die Gruppe im so genannten Sassgalunkar, unterhalb der Höllspitze, unterhalb einer ca. 38 bis 40 Grad steilen, nordwestlich exponierten Mulde, in einen Hang ein. Dabei fuhr der 40-Jährige der Gruppe vor. Bei der Einfahrt in den Steilhang löste sich in der steilen Mulde über ihm eine ca. 20 Meter breite Schneebrettlawine. In weiterer Folge wurden der 40-Jährige und der 38-Jährige, der unmittelbar hinter ihm fuhr, von dem Schneebrett erfasst und ca. 90 Meter über steiles, sehr steiniges Gelände mitgerissen. Beide Schifahrer wurden nur im Bereich ihrer Beine verschüttet und konnten von ihren Begleitern rasch befreit werden. Der 40-Jährige erlitt schwere Verletzungen im Bereich des Unterschenkels. Er wurde von der Pistenrettung Ischgl geborgen und mit dem Rettungshubschrauber der Schenk-Air ins KH Zams gebracht. Der 38-Jährige blieb unverletzt.

13.01.2008, Minderskopf, Gemeinde Serfaus: Lawinenereignis im freien Skiraum in Serfaus - Bereich Minders
(SULIS/SID) Zwei Männer (23) aus Pfunds stiegen am 13.01.2008 gegen 11:30 Uhr im Schigebiet Masner / Gemeide Serfaus von der Bergstation des „Mindersliftes“ über den Nordwestgrat zum Minderskopf auf. Sie beabsichtigten, die südlich davon gelegene Rinne im Tiefschnee abzufahren. Sie waren mit LVS und Freeride – Rucksäcken (mit Sonde und Schaufel) ausgerüstet. Gegen 12:00 Uhr erreichten sie die genannte Rinne. Der erste fuhr in die nordost – gerichtete Rinne ein und fuhr etwa 100 Meter weit ab, bevor er an einer sicheren Stelle anhielt. Dann folgte ihm der 2. Nach wenigen Schwüngen kam dieser zu Sturz. Als er sich, wie er später sagte, aufrichtete und wieder losfahren wollte, löste sich etwa 20 Meter über ihm die Schneebrettlawine. Die abgleitenden Schneemassen rissen ihn ca. 50 Meter weit mit und verschütteten ihn teilweise bis in Schulterhöhe. Im Auslauf der Lawine gelang es ihm auf die Oberfläche zu kommen. Die Schi waren noch an beiden Beinen. Er konnte sich selbst aus den Schneemassen befreien. Er blieb unverletzt.

13.01.2008, Gemeinde Nauders: Suchaktion nach Lawinenabgang in Nauders
Im Skigebiet in Nauders ist am Sonntag um kurz vor 17.00 Uhr Lawinenalarm ausgelöst worden. Nach ersten Informationen wurde im freien Skigebiet nach einem Vermissten gesucht.
Es wurde eine Skispur gefunden, die direkt in ein Schneebrett führte. Die Bergrettung war dort im Einsatz - näheres ist aber nicht bekannt.

18.01.2008, Gemeinde Sölden: Lawinenabgang in Hochgurgl
(SID) Am 18.1.2008 um 15.30 Uhr fuhren zwei niederl. StA. (36 u. 35 Jahre) mit ihren Alpinschiern im Schigebiet von Hochgurgl auf der blauen Piste talwärts. Sie hatten mit einem Freund vereinbart, dass sie sich bei der Mittelstation des Wurmkogelliftes treffen. Laut eigenen Angaben, verfuhren sich die nieder. StA. und wollten deshalb über den freien Schiraum, zwischen der Hochgurgelbahn, Sektion 2, und dem vorderen Wurmkogellift zur Mittelstation des Wurmkogelliftes zufahren. Sie folgten anderen Schispuren, die dort hin führten. Beide fuhren im freien Schiraum talwärts, als sich plötzlich eine Lawine löste. Der 35 J. konnte nach links aus der Lawine ausfahren. Der 36 J. versuchte nach rechts auszuweichen, da sich jedoch seine Schier verfingen, kam er zu Sturz und verlor beide Schi. Die Lawine kam unmittelbar darauf zum Stillstand, ohne dass der 36 J. verschüttet wurde. Lediglich seine Füße waren im Schnee begraben. Er konnte sich selbst befreien und blieb unverletzt.

21.01.2008, Neurur, Gemeinde St. Leonhard: Eiskletterunfall
(SID) Zwei spanische Eiskletterer (43 und 38 Jahre) wollten am 21.01.2008 den Havanna Wasserfall in Neurur, Gemeinde St. Leonhard, besteigen. Einer der beiden hatte um 15.00 Uhr die steilste Stelle bereits überwunden und sicherte den nachkommenden Kletterer, als eine ca. 20 m hohe Eisflanke aus dem Wasserfall brach. Der nachkommende Kletterer wurde vom herabfallendem Eis an den Beinen schwer verletzt, konnte aber von seinem Seilpartner gesichert abgeseilt werden. Der Mann wurde vom Rettungshubschrauber "Alpin 2" mittels Tau geborgen und in das Krankenhaus nach Zams geflogen.

24.01.2008, Gaislachkogel im Bereich des Wasserkars, Gemeinde Sölden: Snowboarder von Lawine verschüttet
(tirol.orf.at) Zwei Snowboarder aus Polen haben Donnerstagmittag auf dem Gaislachkogel in Sölden eine Lawine im freien Skiraum ausgelöst. Einer der Männer wurde dabei mitgerissen und verschüttet. Er konnte rasch geborgen werden.
Der Verletzte musste wie es heißt unter Reanimationsbedingungen mit einem Notarzthubschrauber in die Innsbrucker Klinik geflogen werden. Sein Kollege ist mit dem Schrecken davon gekommen.
An nahezu derselben Stelle am Gaislachkogel ist im Frühjahr des Vorjahres eine Frau bei einem Lawinenabgang ums Leben gekommen.
26.01.2008: Junger Snowboarder in Klinik verstorben
(tirol.orf.at) Keine Überlebenschance hatte jener polnische Snowboarder, der am Donnerstag bei Söldenunter eine Lawine geraten war. Der 17-Jährige starb Samstagmittag in der Intensivstation der Innsbrucker Universitätsklinik.
Das Unglück hatte sich am Gaislachkogel im freien Skiraum ereignet. Der Urlauber war mit einem 16-jährigen Freund unterwegs. Während sich der Jüngere selber retten konnte, wurde der 17-Jährige von Rettern bereits bewusstlos aus den Schneemassen geborgen.

26.01.2008, Rostizkogel, Gemeinde St. Leonhard: Tiroler von Schneebrett verschüttet
(tirol.orf.at) Ein Tiroler musste am Samstagnachmittag nach einem Lawinenunglück auf 3.000 Meter Höhe intubiert und ins Krankenhaus geflogen werden. Er hatte mit drei Begleitern das Schneebrett im Tourengebiet selbst ausgelöst.
Gegen 13.00 Uhr hatten die Mitarbeiter der Pitztaler Gletscherbahnen das Unglück am Südosthang des Rostizkogel (Kaunergrat/Innerpitztal) im freien Gelände beobachtet und die Einsatzkräfte alarmiert.
Fünf Personen suchten nach dem Verschütteten und konnten ihn schließlich lebend bergen. Die drei Begleiter des Verletzten blieben unverletzt. Über den Zustand des Mannes war vorerst noch nichts bekannt.
(SID) Vier erfahrene Tiroler Schitourengeher unternahmen am 26.01.2008 eine Schitour auf den Rostizkogel in den Ötztaler Alpen, Gemeindegebiet von St. Leonhard im Pitztal. Bei der Abfahrt fuhren sie in einen ca. 35 bis 40 Grad steilen SO-Hang ein. Nachdem seine drei Kollegen bereits ein Stück über den Hang abgefahren waren und sich unter einem Felsvorsprung gesammelt hatten, fuhr der Letzte der Gruppe, ein 36-j. Mieminger, in den Hang ein. Dabei löste sich eine Schneebrettlawine, die den Mann ca. 250 m weit mitriss und im flachen Hangauslauf vollständig verschüttete. Seine Begleiter konnten den Verschütteten mittels LVS-Gerät in wenigen Minuten orten und aus dem Lawinenschnee befreien. Der Mann war nicht ansprechbar und wurde vom Notarzthubschrauber Alpin 2 in die Klinik Innsbruck eingeliefert.
(tirol.orf.at) Jener 36-jährige Tiroler, der vergangenen Samstag bei einem Lawinenabgang in St. Leonhard im Pitztal verschüttet und schwer verletzt wurde, ist am Freitag in der Innsbrucker Universitätsklinik verstorben.
(tirol.orf.at) Spendenkonto für Hinterbliebene eingerichtet.

31.01.2008, Gaislachkogel, Gemeinde Sölden: Verschütteter unverletzt aus Lawine geborgen
(SID) Am 31.01.2008 gegen 16.15 Uhr verließen vier deutsche Snowboarder den gesicherten Schiraum des Schigebietes in Sölden und fuhren im freien Gelände talwärts. Als sie in einer steilen Rinne bemerkten, dass die Abfahrt in dieser Rinne nicht möglich war, beschlossen sie, die Snowboards auszuziehen und wieder zurück zu steigen. Nach ca. 20-30 m Aufstieg löste sich oberhalb der Snowboarder eine Schneebrettlawine. Während sich drei der Snowboarder an den Felsen festhalten konnten, wurde der Vierte vom Schneebrett in die Tiefe gerissen. Die Lawine ging in weiterer Folge ins Rettenbachtal ab und hatte ein Ausmaß von ca. 200 m Länge und 50 m Breite. Der 25-jährige Deutsche wurde teilverschüttet, konnte sich aber selbstständig befreien. Er wurde dabei leicht verletzt. Der Lawinenkegel wurde von den verständigten Suchmannschaften sondiert und abgesucht. Schließlich konnten weitere verschüttete Personen ausgeschlossen werden, sodass der Sucheinsatz um 17.30 Uhr beendet wurde.


Ereignisse in den Nachbarregionen:

03.01.2008, Gargellen, Montafon (Vorarlberg): Verschütteter deutscher Tourengeher verstorben
(vorarlberg.orf.at). Im Vorarlberger Montafon konnte am Donnerstag ein Mann noch lebend aus einer Lawine geborgen werden. Der 50-Jährige, der mit seiner Familie im freien Gelände unterwegs war, verstarb am Abend in einer Spezialklinik in Konstanz.
Nach Angaben der Polizei war der Mann aus München mit seiner Frau und seinem 16-jährigen Sohn auf einer Skitour. Als der 50-Jährige gegen 15.00 Uhr vor seiner Familie in einen steilen Nordhang einfuhr, löste sich ein Schneebrett. Der Tourengeher wurde 150 Meter mitgerissen und verschüttet.
Erst nach 40 Minuten konnte der 50-Jährige geborgen werden. Ein Skilehrer und seine Gruppe kamen der Familie zu Hilfe. Der Verletzte wurde zunächst ins LKH Feldkirch und dann weiter in eine Spezialklinik nach Konstanz geflogen. Dort starb er gegen 19.00 Uhr an seinen Verletzungen.

04.01.2008, Geiseljoch, Gemeinde Weerberg: Deutscher Tourengeher unverletzt aus Lawine geborgen
(tirol.orf.at). Auf dem Weerberg wurde Freitagvormittag ein deutscher Tourengeher unverletzt aus einer Lawine geborgen. Nach Angaben der Polizei gibt es keine weiteren Verschütteten. Der Deutsche war gemeinsam mit einem ebenfalls aus Deutschland stammenden Begleiter von der Weidener Hütte in Richtung Geiseljoch in rund 2.200 Metern Höhe unterwegs gewesen. Die Lawine hatte nur einen der beiden Tourengeher erfasst. Das Schneebrett hatte sich oberhalb des Weges von selbst gelöst und den Mann teilweise verschüttet.

13.01.2008, Skigebiet Parsenn, Klosters (CH): 12-Jähriger in einer Lawine ums Leben gekommen
(kapo) Ein 12-jähriger Knabe ist am Mittag im Skigebiet Parsenn bei Klosters GR in einer Lawine ums Leben gekommen. Der Unfall ereignete sich abseits der Piste.
Der Knabe verliess zusammen mit seinen Eltern bei der Parsennfurgga die markierte und gesicherte Piste. Sie fuhren in Richtung Weissfluhjoch, als sich eine Lawine von rund 200 Metern Länge und 80 Metern Breite löste. Diese erfasste den Knaben und riss ihn rund 100 Meter mit. Die Rettungskräfte und die Rega fanden den Verunglückten nach einer halben Stunde. Er konnte nur noch tot geborgen werden. Der Knabe lag einen halben Meter unter der Schneedecke. Die Lawine erfasste am Rande auch einen Skifahrer auf der Piste. Dieser konnte sich jedoch unverletzt befreien, wie die Kantonspolizei Graubünden mitteilte.
Von einer Lawine erfasst wurde auch ein Schneeschuhläufer im Diavolezza-Gebiet bei Pontresina GR. Er erlitt dabei schwere Verletzungen. Der Mann wollte zusammen mit einer Begleiterin mit Schneeschuhen zur Boval-Hütte laufen. Beim steilen Abstieg zum Persgletscher wurde er von einer Lawine mitgerissen und verschüttet. Dank dem mitgeführten Lawinensuchgerät konnte er von den Rettungskräften nach rund einer halben Stunde geborgen und ins Spital gebracht werden.[...]
Die Rega und die Rettungsspezialisten des SAC wurden am Sonntag in den Deutschschweizer Alpen insgesamt acht Mal wegen Lawinenniedergängen alarmiert. Sechs Helkopter und 14 SAC-Lawinenhundeführer seien zum Einsatz gekommen, teilte die Rega mit. Die Lawinensituation habe sich im Laufe des Vormittags schlagartig verschlechtert.

20.01.2008, Gries im Sellrain: Lawinenereignis im Bereich Schönbichl (2.344 m)
(SID) Am 20.01.2008, um 14.15 Uhr, beobachtete ein 31-j. Schibergsteiger aus dem Bezirks Kitzbühel die Abfahrt von drei Schitourengehern, welche dabei unterhalb vom so genannten "Schönbichl" eine steile Rinne in Richtung Marleralm abfuhren und dabei offensichtlich eine Schneebrettlawine auslösten. Er glaubte vorerst, dass die drei Schifahrer von den Schneemassen mitgerissen und verschüttet worden waren und setzte mittels Handy einen Notruf ab. Während der Rettungshubschrauber C5 zum Vorfallsort unterwegs war stellte sich heraus, dass zumindest zwei Personen nicht verschüttet worden sondern lediglich aus dem Blickfeld des Beobachters gefahren waren. Eine dritte Person dürfte vermutlich teilverschüttet und bald befreit worden sein. Beim Eintreffen des Rettungshubschraubers suchten die Schitourengeher mittels Sonde nach verlorenen Ausrüstungsgegenständen, was vorerst den Eindruck der Suche nach verschütteten Personen erweckte. Nachdem die Hubschrauberbesatzung persönlich mit den Personen Kontakt aufgenommen hatte, ließ sich rasch abklären, dass keine weitere Hilfe notwendig war. In der Folge führte die Hubschrauberbesatzung die Bergung eines Alpinisten im Bereich der angrenzenden Schöntalspitze durch, welcher fast zeitgleich bei einem Lawinenabgang leicht verletzt wurde (siehe Ausführungen Pkt. 17 b). Die Identität der drei Schitourengeher konnte vorerst nicht festgestellt werden.

20.01.2008, Gries im Sellrain: Lawinenereignis im Gipfelbereich der Schöntalspitze (3.002 m):
(SID) Am 20.01.2008 fuhr eine Gruppe von 5 Schitourengehern (Alter 37, 30, 51, 44 u. 34 - alle aus München) gegen 14.00 Uhr unterhalb der Schöntalspitze auf ca. 2600m Seehöhe im Bereich nördlich der Aufstiegsroute in ca. 25-30 Grad steilem Gelände in Abständen talwärts, als sich ca. 20-30 Meter oberhalb der Gruppe eine Schneebrettlawine löste. Der 37-j. und der 30-j. wurde von den abrutschenden Schneemassen ca. 30 Meter weit mitgerissen und teilweise verschüttet bis die Lawine zum Stillstand kam. Die Schneebrettlawine erreichte ein Ausmaß von ca. 20 m Anrissbreite, ca. 20-50cm Anrisshöhe und ca. 150m Länge. Die beiden Alpinisten wurden sofort von ihrem Kameraden aus dem Schnee befreit und geborgen. Der 37-j. Münchner erlitt eine Bänderverletzung am linken Knie und konnte nicht mehr selbständig abfahren, so dass er nach mittels Handy abgesetzten Notruf vom Rettungshubschrauber C5 in das BKH Hall in Tirol geflogen wurde, wo er nach stationärer Behandlung wieder in häusliche Pflege entlassen wurde. Sein 30-j. Begleiter blieb unverletzt. Die Gruppe war mit LVS-Geräten, Schaufeln und Sonden ausgerüstet.

20.01.2008, Pill bei Schwaz: Lawinenabgang in Pillberg
(SID) Ein 45-j. Mann aus Stans unternahm am 20.01.2008 alleine eine Schitour von Pill, Ortsteil Pillberg, über die Naunzalm auf das Kellerjoch. Nach einer Rast bei der geschlossenen Kellerjochhütte beabsichtigte er mit seinen Tourenschiern in Richtung Süden zum Loassattel zu queren und anschließend nach Hochfügen abzufahren. Gegen 12.40 Uhr, er befand sich zu diesem Zeitpunkt ca. 150 m südlich der Kellerjochhütte etwa 30 m unterhalb des Verbindungsgrates Kellerjoch und Kuhmesser, löste der Tourengeher in einem nach Westen ausgerichteten Hang auf einer Seehöhe von ca. 2.080 m eine Schneebrettlawine aus. Der 45-j. wurde von dieser Lawine erfasst, ca. 150 m entlang einer Rinne und anschließend ca. 40 m über teils senkrechtes Felsgelände mitgerissen. Nach weiteren 120 m wurde er schließlich von den Schneemassen, auf dem Rücken liegend, total verschüttet (ca. 70 cm) und es ragte nur mehr eine Hand aus der Lawine. Um ca. 12.45 Uhr wurde der Verschüttete von seiner Ehefrau, die in Hochfügen auf ihn wartete, am Mobiltelefon angerufen. Ihm gelang es in der Lawine zu telefonieren und seiner Ehefrau zu schildern, dass er im Gebiet der Naunzalm von einer Lawine verschüttet worden sei und sich selbst nicht mehr befreien könne. Dies wurde von ihr über Alpinnotruf 140 mitgeteilt, von wo ein Lawineneinsatz in die Wege geleitet wurde. Der verschüttete Tourengeher konnte nach einem kurzen Suchflug vom NAH Heli4 geortet werden, nachdem der Pilot während des Fluges in telefonischen Kontakt mit dem Verschütteten stand und deshalb den Lawinenkegel sofort finden konnte. In weiterer Folge konnte der 45-j. von den Rettungsmannschaften nach ca. 15 Minuten ausgegraben und nach Erstversorgung in die Innsbrucker Klinik geflogen werden. Er erlitt beim Lawinenunfall schwerste Verletzungen am linken Bein, am rechten Arm sowie Verletzungen am Kopf. Der Lawinenkegel wurde im Anschluss durch einen Bergrettungshund und mittels LVS-Gerät abgesucht, um weitere Verschüttete ausschließen zu können. Um 13.35 Uhr konnte der Lawineneinsatz beendet werden. Am Lawineneinsatz waren der NAH Heli 4, der Hubschrauber des BMfI, 1 Bergrettungshundeführer sowie 2 Alpinpolizisten beteiligt.

20.01.2008, Obernberg am Brenner, Lawinenabgang
(SID) Eine Alpenvereinsgruppe aus Südtirol unternahm am 20.01.2008 mit insgesamt 37 Alpenvereinsmitgliedern eine Schitour auf den 2.307 m hohen Grubenkopf, im Gemeindegebiet von 6156 Obernberg am Brenner, in den Stubaier Alpen. Die Schitour wurde von 2 Tourenleitern geführt und die Gruppenmitglieder waren mit LVS - Geräten ausgerüstet. Bei der Abfahrt benützten die Tourengeher, die sich in kleinere Gruppen aufteilten, vorerst die Aufstiegspur. Gegen 13.35 Uhr auf einer Seehöhe von ca. 2.150 Meter, fuhren eine 46-j. ital. StA., ein 43-j. ital. StA. sowie eine 42-j. ital. StA., alle aus Bruneck, abseits der Aufstiegsspur gleichzeitig in den Nordhang des Grubenkopfes ein. Dabei löste sich unmittelbar oberhalb von ihnen ein Schneebrett, welches sie erfasste und ca. 50 Meter mitriss. Die Genannten wurden nur oberflächlich verschüttet und konnten sich sofort selbst befreien. Die 46-j. Frau verspürte starke Schmerzen im linken Knie. Sie wurde nach Absetzen eines Notrufes mittels Handy von der Besatzung des NAH "C1" an der Unfallstelle geborgen und in das Bezirkskrankenhaus Hall i. T. geflogen. Dort wurde sie nach der ärztlichen Versorgung in häusliche Pflege entlassen.

20.01.2008, Gries im Sellrain: Lawinenereignis am Zischgeles
(SID) Ein 37-j. deutscher StA. aus D-83677 Greiling und eine gleichfalls 37-j. deutsche StA. aus München stiegen am Vormittag des 19.01.2008 im Gemeindegebiet von Gries i. Sellrain vom Weiler Praxmar in Richtung „Zischgeles“ auf. Die beiden Schitourengeher waren mit LVS-Geräten, Schaufeln und Sonden ausgerüstet. Gegen 11.45 Uhr hatten sie auf der üblichen Aufstiegsroute eine Seehöhe von ca. 2.850 m erreicht und verließen diese dann in nördliche Richtung in ca. 30 Grad steiles, schneeärmeres und felsendurchsetztes Gelände. Als der deutsche StA. dann bei einer Rast seinen Rucksack auf den Boden stellte, löste sich ca. 20 m oberhalb der beiden Alpinisten eine Schneebrettlawine, dessen abrutschende Schneemassen den deutschen StA. sowie seine einige Meter unterhalb stehende Begleiterin sofort mitrissen. Der 37-j. wurde ca. 100 m weit mitgerissen, wobei er zeitweise auch unter die Schneemassen geriet und schließlich unverschüttet auf dem Lawinenkegel zum Stillstand kam. Seine Tourenbegleiterin wurde gänzlich vom Lawinenschnee erfasst, immer wieder verschüttet und insgesamt mehrere hundert Höhenmeter tief hinunter in das darunter liegende Kar mitgerissen, wo sie dann bis zur Hüfte verschüttet am Lawinenkegel auf ca. 2.500 m Seehöhe zum Stillstand kam. Den beiden deutschen StA. wurde sofort von weiteren Schitourengehern Erste Hilfe geleistet und ein Notruf abgesetzt. Die 37 j. Deutsche wurde vom Team des Rettungshubschraubers C1 geborgen und in das Kh Hall in Tirol geflogen. Sie erlitt eine Knieverletzung unbestimmten Grades. Ihr Begleiter blieb unverletzt.

28.01.2008, Hollbrucker Tal, Gemeinde Kartitsch in Osttirol: 51-Jähriger stirbt bei Lawinenabgang
(tirol.orf.at). In Kartitsch in Osttirol ist in der Nacht auf Dienstag ein Mann nach einem Lawinenunglück tot geborgen worden. Der 51-jährige Osttiroler war am Nachmittag zu einer Skitour Richtung Hollbruckeregg-Gipfel aufgestiegen.
Kurz vor 18.00 Uhr haben seine Anghehörigen bei der Polizei Alarm geschlagen, weil der Mann noch nicht zurück war. Sofort wurde eine groß angelegte Suchaktion eingeleitet. 70 Bergretter, mehrere Alpinpolizisten und neun Suchhunde waren im Einsatz.
Kurz vor Mitternacht wurde der Skitourengeher gefunden. Eine Lawine hatte ihn in einem Seitengraben des Hollbrucker Tals verschüttet. Er konnte nur noch tot geborgen werden.

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