Februar 2008: Mehrere Lawinenereignisse, Lawinenopfer am Rosskogel
02.02.2008, Rietzer Grieskogel, Gemeinde Stams: Lawinenabgang in Stams
(SID) Ein 62jähriger Mann aus Innsbruck fuhr am 03.02.2008 um 12.30 Uhr in einer steilen Rinne vom Gipfel des Rietzer Grieskogels (2.884 m) in Richtung Westen alleine ab. In der Rinne löste er eine Lawine aus, die ihn ein Stück mitriss. Er konnte sich aus der fließenden Lawine an den Rand retten. Der 62-Jährige zog sich Verletzungen am Unterschenkel zu und wurde vom NAH Martin2 in das Krankenhaus nach Hall geflogen, wo er nach ambulanter Behandlung entlassen wurde.
23.02.2008, Oberer Sattelkopf, Gemeinde Fiss: Lawinenabgang auf die Piste - großer Sucheinsatz, keine Verschütteten
(ORF Tirol, Bergrettung Fiss)
Im Oberland ist am 23.02.2008 kurz nach Mittag eine Lawine auf eine Piste im Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis abgegangen. Das 50 Meter breite und 300 Meter lange Schneebrett war vom "Oberen Sattelkopf" abgegangen.
Ein großangelegter Sucheinsatz mit rund 130 Mann und drei Suchhunden wurde eingeleitet, bei dem aber keine Verschütteten gefunden worden sind.
Franz Geiger, Ortsstellenleiter der Bergrettung Fiss, stellt klar, dass während des Einsatzes zu keinem Zeitpunkt klar war, dass niemand verschüttet war. Ansonsten wäre kein so großer Sucheinsatz durchgeführt worden. (SID) Am 23.02.2008, gegen 13:00 Uhr, löste sich im Bereich der Südseite des Oberen Sattelkopfes im Schigebiet Serfaus - Komperdell auf ca 2500 m Seehöhe vermutlich auf Grund der herrschenden hohen Temperaturen eine Schneebrettlawine und verschüttete in der Folge die darunterführende, zu diesem Zeitpunkt nicht gesperrte, Jochabfahrt auf eine Länge von ca 30 m. In weiterer Folge kam die Lawine nach ca 300 m im freien Gelände zum Stillstand. Da nicht genau bekannt war, ob sich zum Zeitpunkt des Lawinenabganges Schifahrer im Bereich dieser Stelle der Jochabfahrt befanden, wurde eine großangelegte Suchaktion eingeleitet, an der ca 125 Personen teilnahmen. Die Suchaktion konnte nach Sondierung des gesamten Lawinenkegels, wobei ausgeschlossen werden konnte, dass sich verschüttete Personen in der Lawine befanden, abgebrochen werden.
24.02.2008, Tiefenbachferner - Ventertal, Gemeinde Sölden: Grundlawine reißt Snowboarder mit - unverletzt (SID) Am 24.02.2008 gegen 16.15 Uhr ereignete sich im Gemeindegebiet von Sölden ein Lawinenunfall, bei dem keine Personen verletzt wurden. Vier russische Snowboarder fuhren am späten Nachmittag des 24.02.2008 im Schigebiet auf dem Tiefenbachferner, im freien ungesicherten Schiraum neben der Piste ab. Dabei gerieten sie irrtümlich zu weit durch das Seiterkar hinab in Richtung des Ventertales. Da den vier Boardern ein Aufstieg zu Fuß zurück ins Schigebiet durch den Tiefschnee nicht möglich erschien, fuhren sie geradewegs ins Ventertal in Richtung Winterstall ab. Auf einer Seehöhe von ca. 2.480 Meter lösten sie ein ca. 50 Meter breites Schneebrett (nasse Grundlawine) aus und wurden teilweise mitgerissen. Die Boarder wurden nicht verschüttet und blieben unverletzt. Sie wurden in der weiteren Folge vom NAH Alpin II mittels Tau geborgen und nach Sölden geflogen.
25.02.2008, Schindlermähder, Gemeinde St. Anton am Arlberg: Schneebrett im Steißbachtal, keine Verschütteten
(SID)
Am 25.02.2008 gegen 14.35 Uhr löste sich im freien Schiraum Bereich „Schindlermähder“, Gemeindegebiet St. Anton am Arlberg, auf einer Seehöhe von 2010 m ein ca. 25 m breites Schneebrett, das ca. 50 m von der Piste entfernt zum Stillstand kam. Während des Lawinenabganges hatte eine Zeugin zwei Schifahrer beobachtet, die sich im Bereich der Lawine aufhielten. Nachdem die Zeugin angab, dass es einen der beiden Schifahrer mitgerissen hätte, wurde eine Suchaktion eingeleitet. Insgesamt waren drei Hubschrauber (NAHS C5, Alpin3 und BMI), fünf Hundeführer, und ca. 150 Helfer vor Ort. Der Lawinenkegel wurde mehrfach abgesucht, es ergaben sich keinerlei Hinweise auf eine Verschüttung.
25.02.2008, Landesstraße nach Vent, Gemeinde Sölden: Sperre der Venterstraße nach Lawinenabgang
(SID) Von der PI Sölden wurde gemeldet, dass die Venterstraße L 240 nach einem Lawinenabgang am 25.02.2008 gegen 13.45 Uhr zwischen Bodenegg und Vent für den gesamten Verkehr gesperrt wurde. Der Lawinenabgang ereignete sich zwischen den Weilern Winterstall und Vent. Durch die Lawine wurden keine Personen bzw. Fahrzeuge verschüttet. Mit einer Aufhebung der Sperre ist gegen 18.00 Uhr zu rechnen.
Ereignisse in den Nachbarregionen:
03.02.2008, Ellmau: Tödl. Lawinenabgang am Wilden Kaiser in Ellmau
(SID) Am 03.02.2008 gegen 13.00 Uhr fuhr ein 46j. deutscher Staatsangehöriger aus München mit seinen Schiern auf der Abfahrt der Kummereralmbahn im Schigebiet Wilder Kaiser talwärts. Unmittelbar über einem Schiweg löste sich ein Schi, wodurch der Mann über den rechten Pistenrand hinaus in den freien Schiraum stürzte. Dabei löste sich im angrenzenden durchschnittlich 44° steilen Hang ein ca. 25m breites Schneebrett und der Schifahrer wurde ca. 40m mitgerissen und verschüttet. Die verständigten Rettungskräfte mit drei Lawinenhunden und zwei Notarzthubschrauber konnten den Verschütteten durch Sondieren orten, ausgraben und die in die Klinik Innsbruck fliegen, wo der Mann in weiterer Folge verstarb.
09.02.2008, Klösterle (V): Lawine: Skifahrer von Begleitern gerettet (ORF Vorarlberg) In Klösterle ist am Samstag ein 33-jähriger Niederländer von einer Lawine verschüttet worden. Er konnte von seinen Begleitern verletzt aus den Schneemassen befreit werden. Der Skifahrer querte mit seinen Begleitern einen steilen Nordwesthang. Dabei löste sich gegen 15.15 Uhr ein etwa dreißig Meter breites Schneebrett, das den Niederländer als letzten in der Gruppe rund 70 Meter über steiniges Gelände mitriss. Der Mann befand sich bis zur Hüfte im Schnee, informierte die Sicherheitsdirektion. Seine Kameraden eilten dem Verschütteten zu Hilfe und gruben den Mann aus. Der 33-Jährige zog sich laut Polizeiangaben einen offenen Unterschenkelbruch zu. Der Verletzte wurde mit dem Rettungshubschrauber geborgen und ins Landeskrankenhaus Feldkirch eingeliefert. Alle Beteiligten trugen Lawinensuchgerät bei sich, so die Polizei.
11.02.2008, Rosskogel, Stubaier Alpen: Tourengeher verschüttet - tot
(lawine.at) Tragisch endet ein Lawinenabgang in einem sehr steilen Osthang unterhalb des Rosskogels in den nördlichen Stubaier Alpen, wo ein einheimischer Skitourengeher am 11.02. eine Lawine auslöst. Da er kein LVS-Gerät bei sich trägt und total verschüttet wird sowie die Lawinenausmaße beachtlich sind (ca. 300m Anrissbreite, über 1km Lawinenlänge) wird eine groß angelegte Suchaktion gestartet. Mittels Sondieren wird die Leiche am Folgetag gefunden.
23.02.2008, Nafingtal, Tuxer Alpen: Lawinenereignis und Sucheinsatz
(lawine.at) Ohne Ergebnis verläuft ein Lawineneinsatz im Nafingtal in den Tuxer Alpen am 23. Februar.
24.02.2008, Lawinenereignisse in ganz Tirol
(lawine.at) Am 24.02. werden Lawineneinsätze vom Oberstkogel im Sellrain, am Habicht in den südlichen Stubaier Alpen, bei der Roten Wand in den Tuxer Alpen (Person mit Hund löst Lawine aus, wird nicht mitgerissen, meldet den Vorfall allerdings nicht und löst somit einen Lawineneinsatz aus!) und vom Tiefenbachferner Richtung Venter Tal (verirrte Snowboarder lösen Nassschneelawine aus) gemeldet. Sämtliche beteiligte Personen bleiben unverletzt.
24.02.2008, Habicht, Gemeinde Gschnitz: Lawinenabgang am Habicht (SID) Fünf Tourengeher aus dem Großraum Innsbruck unternahmen am 24.02.2008 eine Schitour von Gschnitz aus auf den Habicht (3277 m), Gemeindegebiet Gschnitz, Stubaier Alpen. Die Gruppe startete um 04.30 Uhr im hinteren Gschnitztal und stieg über die sogenannte Glätte auf den Gipfel des Habichts auf. Nach kurzer Gipfelrast fuhr die Gruppe ins Tal ab. Gegen 13.30 Uhr, im Bereich der Glättealm, in ca. 2200 m Seehöhe, löste sich in einem steilen Südhang unmittelbar hinter einem der Schitourengeher eine nasse Lockerschneelawine. Der 37jährige Schitourengeher wurde von der Lawine nicht erfasst. Die restlichen Tourengeher sahen den Lawinenabgang und blieben oberhalb, in flacherem Gelände stehen. Aufgrund der tageszeitlichen Erwärmung lösten sich nun in diesem Bereich mehrere nasse Lockerschneelawinen von selbst. Die Tourengruppe entschloss sich aufgrund der extremen Lawinengefahr nicht mehr weiter abzufahren und verständigte per Handy die ILL Tirol. Der HS des BMI barg drei der Schitourengeher und flog sie nach Gschnitz. Zwei Schitourengeher konnten selbständig zu ihren Kameraden im hinteren Gschnitztal abfahren. Keiner der Tourengeher wurde verletzt, es entstand kein Sachschaden.