13.03.2008, Pitztaler Gletscher: Aus Lawine befreiter Tourengeher trat Flucht an
(APA) Ein kurioses Ende hatte am Donnerstag ein Lawinenabgang am Pitztaler Gletscher im Bezirk Imst. Nachdem zwei Skifahrer einen Verschütteten aus den Schneemassen befreit hatten, trat dieser kurzerhand die Flucht an. Bei den Gletscherbahnen vermutete man, dass der Freizeitsportler das Inrechnungstellen von Bergekosten befürchtet.
Das Unglück ereignete sich außerhalb des gesicherten Skiraumes auf etwa 2.500 Metern Höhe in der Nähe des Rifflseegebietes. Der Abgang des 40 Meter breiten Schneebrettes war von einem Vorarlberger und einem Deutschen beobachtet worden, die dem teilverschütteten Skifahrer zu Hilfe kamen und ihn befreiten.
Kaum wieder in Freiheit habe der Mann sich sofort auf seine Skier geschwungen und das Weite gesucht. Seine Identität war unbekannt.
15.03.2008, Platzer Spitze, Kaunertal: Tourengeher mitgerissen
(SID) Vier Personen aus Zirl bzw. Innsbruck unternahmen am 15.03.2008 eine Schitour ins Kaiserbergtal mit dem Tourenziel Platzer Spitze (3106 m). Sie waren alle mit einem LVS-Gerät ausgerüstet und kontrollierten selbständig deren Funktion. Auf einer Seehöhe von ca. 2500 m zweigten sie gegen 12.00 Uhr nach rechts in ein kuppiertes südostseitig gerichtetes Gelände ab. Nachdem die Gruppe ca. 2/3 des kuppierten Hanges aufgestiegen war, löste sich ca. 50m oberhalb der Gruppe ein Schneebrett und erfasste alle Tourengeher. Sie wurden ca. 100m mitgerissen. Die drei männlichen Gruppenmitglieder ragten mit dem Oberkörper aus dem ca. 1,20m hohen Lawinenkegel. Eine Frau (35) konnte sich die Atemwege selbständig freimachen und wurde nach kurzer Zeit vom Gatten und den Kollegen aus der Lawine befreit. Bei diesem Lawinenabgang wurden die Beteiligten nicht verletzt und stiegen entlang der Aufstiegsspur, da sie teilweise die Schier verloren hatten, ab. Als sie Handyempfang hatten, setzten sie den Alpinnotruf ab, da sie teilweise erschöpft waren und mit der fortgeschrittenen Tageszeit die Lawinengefahr stieg. Sie wurden vom HS Martin 2 zur Gletscherstraße geflogen, wo sie die Rückfahrt antraten. An diesem Tag war für dieses Gebiet nach dem Lawinenlagebericht die Gefahrenstufe 3 ausgegeben. Beim Abgang hatte das Schneebrett eine Breite von ca. 50m, welches sich sodann auf eine Hangbreite von ca. 200m fortsetzte.
15.03.2008, Bereich Sassgalunbahn, Ischgl: Lawinenabgang in Ischgl - keine Verschütteten
(SID) Am 15.03.2008 um 14.50 Uhr ging im Schigebiet von Ischgl im Bereich der Sassgalunbahn ein Schneebrett (ca. 100m breit) außerhalb des gesicherten Schiraumes ab. Da der Lawinenabgang von niemand wahrgenommen wurde bzw. keine Zeugen ausgemittelt werden konnten und in den Bereichen Lawinenanriss und Lawinenkegel mehrere Schispuren feststellbar waren, wurde durch die Pistenrettung Ischgl eine Suchaktion eingeleitete. Die Lawine wurde mit ca. 50 Mann der Pisten- und Bergrettung Ischgl sowie vier Lawinensuchhunden abgesucht. Dabei konnten keine Verschütteten gefunden werden.
19.03.2008, Hochwanner, Kühtai: Lawinenabgang in Kühtai
(SID) Ein 43jähriger Mann aus Umhausen stieg am 19.03.2007 in Kühtai mit Tourenschiern zum sog. "Hochwanner" auf. Bei der Abfahrt löste er knapp unterhalb des Gipfels auf einer Seehöhe von ca. 2.200 m ein Schneebrett aus. Der Mann wurde mitgerissen und dabei verletzt. Er wurde vom Rettungshubschrauber Martin 2 geborgen und in das Krankenhaus Zams eingeliefert. Hinweise auf weitere Verschüttete bestehen derzeit nicht.
21.03.2008, Breitlahn, Kaunertaler Gletscherstraße: Keine Verschütteten bei Lawinenabgang auf Gletscherstraße
(tirol.orf.at) Glimpflich ist am Freitagnachmittag der Abgang der sogenannten Breitlahnlawine auf die Kaunertaler Gletscherstraße (Bezirk Landeck) abgelaufen. Auf einer Breite von 80 Metern ging eine drei Meter Hohe Lawine ab. Verletzt wurde niemand.
Aufgrund des starken Windes dürfte eine Wechte abgebrochen sein, die die Straße im Bereich der Breitlahn beim Stausee verlegten. Die Lawinenkommission habe die Straße freigegeben gehabt, sagt Kaunertals Bürgermeister Josef Reich. Mit dem Lawinenabgang habe niemand rechnen können.
In Tirol herrschte am Freitag die Stufe "3" auf der fünfteiligen Gefahrenskala.
24.03.2008, Arlberg, Außerfern: Teilverschüttung im Mattun, zwei Lawinenabgänge in Zwischentoren
(tirol.orf.at) Das schöne Wetter und die alpinen Schneefälle der vergangenen Tage haben am Samstag zahlreiche Wintersportler in die Berge gelockt. Die Lawinengefahr ist aber erheblich und deshalb gab es einige Suchaktionen. Skifahrer am Arlberg teilweise verschüttet Die beiden Variantenfahrer, die im Bereich Kapall Richtung Mattun im freien Gelände unterwegs waren, dürften die Lawine selbst ausgelöst haben. Ein Skifahrer wurde teilweise verschüttet. Er konnte aber schnell geborgen und mit dem Hubschrauber ins Tal geflogen werden. Mit einem größeren Sucheinsatz wurde sichergestellt, dass es nicht noch weitere Verschüttete gab. Hier konnte aber Entwarnung gegeben werden. Zwei Suchaktionen im Außerfern In Ehrwald im Bereich Gamskar zwischen Wetterstein und Zugspitze ging außerhalb der Piste eine Lawine ab. Suchmannschaften sondierten, um auszuschließen, dass Personen verschüttet wurden.
Niemand verschüttet wurde auch bei einem Lawinenabgang in Bichlbach. Auch hier waren Suchmannschaften im Einsatz, es konnte aber Entwarnung gegeben werden.
Ereignisse in den Nachbarregionen:
04.03.2008, Osttirol: Schülergruppe bei Schneeschuhwanderung teilverschüttet - unverletzt
(Kleine Zeitung) Am Zettersfeld wurden Schüler bei einer Schneeschuhwanderung teilweise von einer Lawine verschüttet. Sie konnten wieder befreit werden.
Glimpflich ging ein Lawinenunfall in Osttirol aus. Wie erst heute bekannt wurde, unternahmen 22 Schüler bereits am Dienstag gemeinsam mit zwei Lehrern und zwei Wanderführern eine Schneeschuhwanderung am Zettersfeld. Die Schüler einer Osttiroler Hauptschule waren gerade auf dem Weg von der Naturfreundehütte in Richtung Debanttal. Auf einem Forstweg löste sich plötzlich ein Schneebrett und verschüttete einige Schüler und Begleitpersonen teilweise. Glücklicherweise wurde niemand vollständig verschüttet. Alle konnten sofort wieder befreit werden. Nach bisherigem Ermittlungsstand der Polizei wurde bei dem Vorfall niemand verletzt.
06.03.2008, Kärnten: Drei Soldaten von Lawine verschüttet - unverletzt
(DiePresse.com/APA) Bei der Alpinausbildung sind in Kärnten drei Soldaten des Jägerbataillon 26 mitgerissen und verschüttet worden. Alle konnten unverletzt geborgen werden.
44 Gebirgsjäger des Jägerbataillon 26 aus der Spittaler Türkkaserne waren im Raum Goldeck (Bezirk Spittal) zu Ausbildungszwecken unterwegs. Gegen Mittag löste sich oberhalb der Soldaten, die mit Schneeschuhen durch den Tiefschnee marschierten, ein Schneebrett. Zwei Unteroffiziere und ein Grundwehrdiener wurden von den Schneemassen erfasst und mitgerissen. Zwei der Opfer wurden nach wenigen Minuten befreit, die Suche nach dem dritten, einem der Unteroffiziere, dauerte etwas länger. Der Mann hatte sich eine Atemhöhle schaffen können und wurde nach rund einer Viertelstunde von seinen Kameraden unverletzt geborgen. In der vergangenen und in der laufenden Woche hatten die Soldaten bei der Winter-Alpinausbildung das richtige Verhalten bei Lawinenabgängen und bei der Bergung von Verschütteten geübt.
22.03.2007, Skigebiet Spieljoch, Zillertal: Zwölfjähriger rettete Freund das Leben
Unwahrscheinliches Glück hatten am Samstag zwei zwölfjährige Schüler bei einem Lawinenunglück im Skigebiet Spieljoch im Tiroler Zillertal. Einer der beiden wurde verschüttet, der andere rettete ihm das Leben.
Einer der Buben war im freien Gelände so verschüttet worden, dass nur noch die Füße und der rechte Arm aus den Schneemassen ragten. Sein Freund konnte ihn zwar nicht befreien, machte dem Kind aber das Gesicht frei. Erst die alarmierte Pistenrettung grub den Verunglückten aus. Der Schüler überstand das Unglück ohne Verletzungen.
Nach Erhebungen der Polizei hatten die aus Fügenberg stammenden Buben den gesicherten Skiraum verlassen, wobei sie unter einem Absperrzaun hindurchkrochen und anschließend im freien Gelände abfuhren. Nach einer Strecke von 250 Metern kamen sie zu einer Lawinenverbauung. Dabei löste sich das Schneebrett, das einen der Zwölfjährigen gegen einen Fangzaun drückte. Erst den Liftbediensteten gelang es, das Kind aus dem Schnee zu befreien. Durch Helm und Rückenprotektoren blieb das Kind völlig unverletzt.
22.03.2008, Drei Türme, Tschagguns: Tourengeher tödlich verunglückt
(vorarlberg.orf.at) In Taschagguns im Montafon ist am Samstagnachmittag ein Tourengeher von einer Lawine verschüttet worden. Der Mann verstarb noch an der Unfallstelle. Ein zweiter Tourengeher wurde schwer verletzt, ist aber außer Lebensgefahr.
Die dreiköpfige Skitourengruppe aus Deutschland war unterhalb der "Drei Türme" unterwegs, als sie gegen 14.45 Uhr eine Lawine losgetreten hat. Zwei von ihnen wurden verschüttet, der dritte konnte die Rettung alarmieren.
Der nicht verschüttete Tourengeher konnte einen Kollegen befreien. Er ortete ihn in 60 Zentimeter Tiefe und legte seinen Kopf frei.
Im Einsatz waren drei Hubschrauber, 20 Mann der Bergrettung, drei Lawinenhundeführer und drei Alpinpolizisten. Hubschrauber mit Hundeführern waren rasch an der Unfallstelle. Ein 48-Jähriger konnte nur mehr tot geborgen werden. Er wurde nach 45 Minuten in 1,30 Meter Tiefe gefunden.
Das Schneebrett war 175 Meter lang, 26 Meter breit und hatte eine Anrisshöhe von bis zu 80 Zentimeter. Alle drei Tourengeher waren mit einer Sonde, einem Lawinenverschüttetengerät und einer Schaufel ausgestattet. Der deutsche Tourengeher, der gerettet werden konnte, liegt auf der Intensivstation.
Tourengeher in Mittelberg verschüttet worden
Bereits am Samstagvormittag war in Mittelberg im Kleinwalsertal eine andere dreiköpfige Tourengehegruppe in einen Lawinenabgang verwickelt.
Einer von ihnen, ein 48-jähriger Deutscher, war dabei von einem rund 150 Meter bereiten Schneebrett verschüttet worden, konnte sich aber selbst aus den Schneemassen befreien. Er war unverletzt geblieben.
24.03.2008, Praxmar, Sellrain: Frau bei Lawinenabgang im Sellrain verletzt
(tirol.orf.at) Im Sellrain hat sich am Montag ein Lawinenunglück ereignet. Eine 34-jährige Oberösterreicherin überlebte das Schneebrett leicht verletzt. Der Ehemann grub die Frau aus.
Die fünfköpfige Gruppe war erst gegen Mittag im Sellrain angekommen. Die drei Oberösterreicher und zwei Vorarlberger Tourengeher starteten noch am Nachmittag zu einer ersten Erkundung: Sie stiegen am Gelände des heuer still stehenden Hausbergliftes in Praxmar auf. Kurz oberhalb der alten Bergstation entschlossen sie sich, abzufahren.
In diesem Moment riss das Schneebrett die 34-jährige Frau aus Vöcklabruck mit und verschüttete sie zur Gänze. Ihr Ehemann wurde nur teilweise verschüttet, er konnte zunächst sich selbst und anschließend seine Frau ausgraben.
Die Frau, die etwa zehn Minuten unter den Schneemassen begraben war, wurde stark unterkühlt, aber ansonsten nur leicht verletzt in das Spital gebracht. Die Teilnehmer waren mit Lawinen-Verschüttetengeräten, Sonden und Schaufeln ausgerüstet.
30.03.2008, Windbichl, Schmirn: Totalverschütteter gerettet
(tirol.orf.at) Am Windbichl im Schmirntal ist Sonntagvormittag eine große Lawine abgegangen. Ein Mann wurde verschüttet. Er konnte von seinen Kameraden aus den Schneemassen befreit werden.
Der 30-jährige Tourengeher aus Patsch fuhr am späten Vormittag an der Nordflanke des Windbichl im Schmirntal in den Hang ein. Als erster einer Gruppe. Dabei löste sich eine große Lawine und riss den Tourengeher mit. Er wurde von den Schneemassen vollkommen verschüttet.
Für die Begleiter, die Freundin des 30-Jährigen und zwei Männer, begann ein Wettlauf gegen die Zeit. Dank eines Lawinensuchgeräts konnten ihn seine Begleiter bald orten und freischaufeln. Eine Viertelstunde nach dem Lawinenabgang konnte der Tourengeher aus zwei Metern Tiefe geborgen werden.
Der 30-Jährige hat das Unglück offenbar unverletzt überstanden. Trotzdem wurde er mit dem Hubschrauber in die Innsbrucker Klinik geflogen. Über Nacht soll er noch unter ärztlicher Aufsicht bleiben.